Bild: Christina Kirsch

Am Sonntag konnten wir erfolgreich unser Advendskonzert zusammen mit dem Montagschor absolvieren. Es war für uns alle eine neue Erfahrung und hat viel Spass gemacht.

Die Stimmen der Presse:
Schwäbische Zeitung
Südwestpresse

 

Chronik

Die Geschichte einer Musikkapelle

Die Wurzeln der Stadtkapelle Ehingen reichen rund 350 Jahre zurück. Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit und Gegenwart. 

 

Die Musikkapelle (links unten) spielt zur Einholung des ersten Garbenwagens nach den Hungerjahren

Seit 1921 gibt es den Musikverein „Lyra“ in Ehingen, dessen Vereinsname heute Musikverein „Lyra“ e.V. Stadtkapelle Ehingen lautet. Die Wurzeln der Musikkapelle, früher auch Stadtmusik genannt, reichen aber deutlich weiter in die Vergangenheit zurück. Die älteste Überlieferung ist rund 350 alt und auf den 12. Mai 1668 datiert. In einem Dokument wird beschrieben, wie der Schrein mit den Reliquien des heiligen Märtyrers Florentius vom Konvent der Franziskaner in Ehingen von der Klause im Groggental zum Riedlinger Tor am Ochsenberg und von dort in feierlicher Prozession zur St. Blasiuskirche begleitet wurde. Als 5. Gruppe der Prozession wird ein städtisches Musikkorps aufgeführt. Die Urkunde darf daher als das älteste Dokument für das Bestehen einer Stadtkapelle in Ehingen gewertet werden. Ein weiterer Nachweis stammt aus dem Jahr 1817. Auf einem Bild im Ehinger Museum ist eine Musikkapelle in einheitlicher Kleidung abgebildet. Als Motiv zeigt es, wie nach den großen Hungerjahren ein erster Garbenwagen am 28. Juli 1817 feierlich eingeholt wird. Dieses Bild ziert übrigens auch den Umschlag des Ehinger Heimatbuches.

 

 Leitung der „Metallharmonie“

Im Jahr 1879 übertrug der Gemeinderat von Ehingen am 10. Mai die Leitung der „Metallharmonie“ an Modest Raizner. Eine gute Entscheidung, wie sich später beim geschichtlichen Verlauf der Entwicklung der Musikkapelle herausstellen wird. Raizner, ein begeisteter und virtuoser Musiker sowie Komponist, entstammte einer alten Musikerfamilie aus Griesingen. Diese lebte seit 1696 dort und war mit ihrer eigenen Musikkapelle sehr bekannt. Von seinen Kompositionen sind heute noch in Ehingen der Trauermarsch sowie seine Prozessionsmärsche zu hören. Ganze vier Jahrzehnte leitete Modest Raizner die Musikkapelle, bis der Gemeinderat im Jahr 1919 die Leitung an den jüngsten Sohn von Modest Raizner, Karl Raizner, übertrug. Dieser widmete sich nach dem Ersten Weltkrieg dem Neuaufbau der Musikkapelle mit sehr viel Hingabe, Ausdauer und vor allem Liebe zur Heimat. 

 

Gründung vom Musikverein „Lyra“

Stadtrat Franz Scholl, selbst aktiv in der Musikkapelle, verfolgte mit Nachdruck im Jahr 1921 die Idee Musikfreunde in der Stadt sowie aus der näheren Umgebung in einem Musikverein zu vereinen und damit das „Instrumental Musizieren“ zu fördern. Ein entsprechender Artikel hierzu erschien am 10. August 1921 im „Volksfreund für Oberschwaben“. Ziel war es, das bestehende Orchester unter der Leitung des Musikmeisters Raizners durch neue „Kräfte“ sowie durch Geldmittel auszubauen. Seine Anstrengungen sollten nicht vergeblich sein. So konnten ganze 82 Mitglieder geworben werden und der Startschuß zur Gründungsversammlung im Hirsch, dem späteren Vereinslokal, fiel auf den 10. September 1921. Aus Hochachtung vor seinen Leistungen wurde Kapellmeister Raizner die Namensgebung für den Verein überlassen. Er entschied sich für Musikverein „Lyra“ e.V. Zum ersten Vorstand wurde Paul Kretz, zum zweiten Vorstand Ferdinand Maunz zur Heckenmühle, zum Kassierer Georg Ertle und zum Schriftführer Franz Scholl gewählt. Karl Raizner leitete die Musikkapelle.

 

Erstes Wertungsspiel 1922

1922, also gerade einmal ein Jahr später, nahmen 15 Musiker des Musikvereins „Lyra“ an ihrem ersten Wertungsspiel in Burgrieden teil. Als Preisstück wurde „Der Zukunftsgeist“ von Brussig vorgetragen. Für die Leistungen erhielt die Musikkapelle einen 1-A-Preis (siehe Bild unten) verliehen. Gelobt wurden die Musiker vor allem für die hervorragende Darbietung, die tolle Stimmung, das geordnete und sichere Auftreten sowie die tadellose Haltung. Kein Wunder, dass die Musikkapelle bei ihrer Ankunft von den Einwohnern stürmisch empfangen und gefeiert wurde. So war der komplette Bahnhofsplatz von musikbegeisterten Bürgern gesäumt. Diese jubelten ihrer Kapelle zu und begleiteten sie im Fakelschein in ihr Vereinslokal „Zum Hirsch“, wo ausgiebig gefeiert wurde. Auch in den folgenden Jahren kehrte die Kapelle stets mit einem beachtenswerten Preis zurück. Diese Preise wurden dann im Schaufenster des Küschnermeisters Ertle in der unteren Stadt ausgestellt und danach im Hirschsaal des Vereinslokal aufbewahrt.

Zeitungsausschnitt zum Wertungsspiel in Burgrieden am 12. Juni 1922

 

Vielfältiges Engagement

Aufgrund der Beliebtheit und Verbundenheit zu anderen Vereinen, engagierte sich der Musikverein „Lyra“ an zahlreichen Veranstaltungen sowie Festund Feierlichkeiten in der Stadt. Unter anderem gehörte hierzu auch die musikalische Begleitung der jährlichen Weihnachtsfeiern mit ihren Laientheateraufführungen, die Gartenkonzerte in den Biergärten der „Linde“, des „Blaufelds“ und des „Blumenscheins“ sowie die Waldfeste im Büchele. Aus einer Überlieferung geht hervor, dass „die ganze Gesellschaft in gehobener Stimmung und mit Grün des Waldes dekoriert musizierend zurück auf den Marktplatz der Stadt marschierte“. Andere Überlieferungen unterstreichen zudem die frühe Verbundenheit zur Bürgerwache. So marschierte die Kapelle an den Fronleichnamstagen mit der Ehinger Bürgerwache um 12 Uhr zur großen Parade auf den Marktplatz auf. Dort wurde dann der von Modest Raizner eigens komponierte Parademarsch gespielt. Anschließend wurde am Nachmittag zum Konzert in den „Blaufeldgarten“ eingeladen. Die Musikkapelle erfreute dabei auf abwechslungsreiche Art und Weise die Menschen in Ehingen mit ihrer Musik. Meist handelte es sich bei den Stücken um Eigenkompositionen von Modest Raizner. So spielte zum Beispiel eine 4-Mann-Besetzung zahlreiche Hochzeitspaare mit entsprechenden Kompositionen, wie zum Beispiel einem Marsch, Walzer, Polka, Schieber oder Mazurka, ins Glück hinein.

 

Erste Uniform im Jahr 1925

1925 war es endlich soweit: Die Musikkapelle erhielt ihre erste Uniform, was natürlich feierlich auch auf einem Bild (siehe unten) festgehalten wurde. Am 24. Januar 1926 wurde dann der neue Vorstand, mit Hermann Schmid als ersten Vorsitzenden und Max Rothenbacher als zweiten Vorsitzenden gewählt. In diesem Jahr fand übrigens am 12. Juni das Landesmusikfest in Schwäbisch Gmünd statt, an dem der Musikverein teilnahm. 1931 feierte die Musikkapelle nicht nur ihr 10-jähriges Stiftungsfest, sondern erlebte mit der Fahnenweihe am 29. und 30. August einen weiteren Höhepunkt im Vereinsleben. Das Fest wurde gemeinsam mit der Bürgerwache und dem großen Zapfenstreich am Samstag auf dem Marktplatz eröffnet. Hierbei wurde auch die neu angeschaffte Vereinsfahne feierlich dem Fahnenträger übergeben. Das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ schloss die Veranstaltung auf dem Marktplatz ab und die Musikkapelle zog zum Festplatz beim Krankenhaus, oberhalb des Hopfenhauses. Das Bankett wurde mit dem Marsch „Per aspera ad astra“ eröffnet. Eine beeindruckende Rede hielt Bürgermeister Dr. Hans Henger, der die Geschichte der Stadtkapelle beschrieb und auf die Entwicklung des musikalischen Lebens in Ehingen einging und hierbei die großen Verdienste der Familie Raizner würdigte. Am Sonntag trat dann der Massenchor unter Leitung von Karl Raizner mit 17 Gastkapellen auf dem Lindenplatz auf.

1925 – Erste Uniform für die Musikkapelle: Karl Raizner, Alfred Klumpp, Eduard Schlude, Max Moser, TheodorJörg, Paul Rapp, Josef Wahl, Georg Wahl, Otto Huber,
Anton Freudenreich, Paul Thomas, Baptist Obser, BernhardBachner, Johannes Kalischek, Norbert Kloker, Sebastian Munding, Josef Reich

 

Zweiter Weltkrieg

Die vereinsfeindliche Einstellung des Dritten Reichs lies die Mitgliederzahl von 209 Mitgliedern auf gerade einmal 80 Mitglieder sinken. Während des Zweiten Weltkriegs war das Vereinsleben beinahe vollständig erloschen, da alle Jüngeren zum Kriegsdienst eingezogen wurden. 1943 drohte von Seiten der NSDAP sogar die Auflösung des Vereins, was dazu führte, dass der Kassenbestand vorsorglich unter den Mitgliedern verteilt wurde. Erst nach dem Krieg konnte im Jahr 1946 unter der französischen Militärregierung die Wiederzulassung des Musikvereins erreicht werden. Bei der Gründungsversammlung am 28. Juli 1946 wurde von einem Ausschuss, bestehend aus fünf aktiven und neun passiven Mitgliedern, Alfred Klumpp zum 1. Vorsitzenden, Georg Moser zum 2. Vorsitzenden und Theo Hohenadel zum Kassierer sowie Hans Gudden zum Schriftführer gewählt. Die erste Ausschusssitzung fand am 8. September 1946 statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Musikkapelle bereits schon wieder 100 Mitglieder. Unter anderem wurde bei dieser Sitzung mit der Bezeichnung „Musikverein „Lyra“ Ehingen (Donau) Städtisches Orchester – Stadtkapelle“ ein neuer Vereinsname beschlossen. Es sei angemerkt, dass Karl Raizner den ersten Auftritt der wieder erstandenen Musikkapelle leider nicht mehr miterlebte. Er verstarb nach langer Krankheit am 6. Mai 1946. Im Gedenken an seine großen Verdienste erwies ihm die Musikkapelle bei diesem Auftritt die letzte Ehre.

 

Kreismusikfest 1949 in Ehingen

Der Musikverein richtete nach dem Krieg erfolgreich das erste Kreismusikfest vom 28.–29. Mai 1949 in Ehingen aus. Eine große Menschenmenge säumte die Straßen. Allen voran ritt der Festreiter bei Sonnenschein durch die Straßen, gefolgt vom Trommelkorp sowie der Musikkapelle der Ehinger Bürgerwache mit ihrer Ehrenkompanie. Insgesamt 21 Musikvereine und Kapellen sowie zahlreich geschmückte Festwagen schlossen sich dem Festzug an. Die Festwagen sorgten dabei für viel Spaß und Unterhaltung. So stand zum Beispiel auf dem Festwagen des Musikvereins „Lyra“ eine Gruppe weißgekleideter Mädchen und der Wagen mit den „Muckenspritzen von Kügeleshausen“ sorgte für eine „Abkühlung“ unter den Zuschauern. Für eine ebenfalls gelungene Abwechslung sorgten die Gruppen der Turner, Handballer, Fußballer und Radfahrer vom TSG Ehingen. Der eigentliche Festakt fand in der Stadthalle statt, an dem unter anderem auch der französische Kreisgouverneur teilnahm. Über 500 Musiker spielten in einem Gesamtchor „Geh aus mein Herz und suche Freud“, „Die Ehre Gottes“ von Ludwig van Beethoven und das Stück „Schwabenland, mein Heimatland“. Leider existieren zwischen April 1948 und Mai 1950 keine weiteren Protokolle mehr. Am 6. Mai 1950 wurde Fritz Ritschek bei der Hauptversammlung zum neuen Schriftführer gewählt. Georg Moser stellte sich nicht mehr zur Wahl. An seiner Stelle wurde Otto Knapp zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Kreismusikfest 1949 in Ehingen

 

Auszeichnung: Bundesmusikfest 1954

Es folgten zahlreiche weitere Teilnahmen an Kreismusikfesten. So stellte der Musikverein zum Beispiel zum Kreismusikfest in Allmendingen (29.– 30. Juli 1950) die Patenkapelle und bestritt hiermit den Hauptteil der musikalischen Veranstaltung. Für die Gäste aus Argentinien ließ sich die Kapelle etwas Besonderes einfallen und spielte am Festplatz mit großem Erfolg die Melodien aus „La Traviata“. Der damalige Musikdirektor Lang gab am 22. Februar 1951 sein Amt als Dirigent auf. Seine Nachfolge trat am 1. März 1951 Bruno Franz aus Biberach an. Ebenfalls ein Höhepunkt war in dieser Zeit das Wertungsspiel am Kreismusikfest in Rottenacker (Mai 1954). Hier wurde der Verein mit dem 1. Rang in der Oberstufe ausgezeichnet. Vorgetragen wurde als Selbstwahlstück die „Ungarische Phantasie“ von G. Lotterer. Doch damit nicht genug: Kurz darauf erspielte sich die Musikkapelle beim Bundesmusikfest in Aalen ebenfalls einen 1. Rang mit 156,5 Punkten in der Oberstufe und wurde mit dem Goldenen Eichenlaub ausgezeichnet. Beim Wertungsstück handelte es sich um die Ouvertüre „Die schöne Galathee“ und den Vierwochenchor „Spielmusik aus Schwaben“ von H. Regner. Der Musikverein „Lyra“ wurde für seinen Erfolg nach der Rückkehr aus Aalen von den Ehingern triumphal gefeiert. Im August des selben Jahres wurde nach dem Großen Zapfenstreich ein Konzert mit den Stadtkapellen Ehingen, Saulgau und Munderkingen im Festzelt auf dem Lindenplatz veranstaltet. Hunderte von begeisterten Zuhörern fanden sich ein und wurden von Michele Adorno, einem prominenten Tenor vom Teatro Lyrico Mailand, überrascht. 1954 fand ferner die zweite Neueinkleidung des Vereins statt. Diese bestand aus einem graublauen Rock sowie einer entsprechenden Hose, einem stahlblauem Hemd, einem schwarzen Binder und einer graublauen Mütze.

Festumzug beim Bundesmusikfest 1954 in Aalen

 

1954 – Standkonzert für Wilfried Henger

Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 1954 war das Standkonzert am 7. November für Wilfried Henger, der zum Bürgermeister der Stadt Ehingen gewählt wurde. Die Stadtkapelle Ehingen spielte vor seinem Wohnhaus in der Hopfenhausstraße und rund tausend Zuhörer spendeten dem frisch gewählten Bürgermeister stürmischen Beifall. Wilfried Henger war von 1954 bis 1986 Bürgermeister in Ehingen und verstarb am 21.6.2011. In seiner Amtszeit wandelte sich Ehingen von einer Schul- und Beamtenstadt in einen wichtigen Industriestandort. Unter anderem siedelte sich die Firma Liebherr an. Im Jahr 1955 wurde bei der Generalversammlung am 7. Mai Josef Linsenbolz erstmals in den Vereinsausschuss gewählt wurde. Diesem gehörte er ab 1984 als 3. Vorsitzender und Ehrenvorsitzender bis zu seinem Ableben am 6. Oktober 2005 an. Im Juli 1955 starb ferner Fahnenträger Karl Reyinger, der 25 Jahre lang dieses Amt begleitete.

 

Erstes Bezirksmusikfest in Ehingen

Vom 20.–22 Juli 1957 wurde das 4. Bezirksmusikfest in Ehingen mit 60 Musikkapellen gefeiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhielt der Verein und sein Dirigent eine der größten Auszeichnungen des Bundes Süddeutscher Volksmusiker verliehen: die Bundesehrenmedaille in Gold am Bande und Dirigent Bruno Franz die Goldene Dirigentennadel. Etwas über ein Jahr später war dann die Stadtkapelle Ehingen auch im Radio zu hören und zwar im September 1958 in der Sendung „Mit Volksmusik ins Land hinaus“ vom Süddeutschen Rundfunk. Im selben Jahr wurden bei einem Vereinsausflug die Freundschaftsbande zur Bürgermusik Rankweil geknüpft. Es folgten Besuch und Gegenbesuch anlässlich größerer, musikalisch geprägter Ereignisse in den jeweiligen Heimatorten. Am 30. Juni 1960 gab es einen Dirigentenwechsel. Bruno Franz legte sein Amt beim Musikverein „Lyra“ Ehingen nieder und seine Nachfolge trat Musikdirektor Albert Wolf aus Wasseralfingen am 15. Februar 1961 an.

Seit 1958 pflegt der Musikverein „Lyra“ eine Partnerschaft zur Bürgermusik Rankweil (Österreich). Hierbeim Kreismusikfest 1998

 

1000-Jahr-Feier der Stadt Ehingen

Bei der 1000-Jahr-Feier war die Stadtkapelle Ehingen stark eingebunden, wie aus dem Protokollbuch für die Festtage zwischen dem 15. und 24. Juli 1961 hervorgeht: 15. Juli – Feierliche Eröffnung in der Festhalle und klingender Feierabend auf dem Marktplatz / 16. Juli – Großer Historischer Festzug / 19. Juli – HeimatAbend sämtlicher Ehinger Vereine im Festzelt / 22. Juli – Festbankett der Bürgerwehren in der Stadthalle mit anschließendem Großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz / 23. Juli – Wecken sowie Festgottesdienst am Groggensee und großer Festumzug und am 24. Juli – das Kinderfest. Übrigens: Das erste Kinderfest war am 31. Juli 1798. Der Magistrat stimmte dem Kinderfest zu und die finanziellen Mittel stammten aus Stiftungsmitteln. Nachweislich war es ab dem Jahr 1833 üblich, dass die Schüler unter feierlicher Beteiligung der Bürgerwache und Musik auf den Festplatz vor der Stadt hinauszogen. Die 70er Jahre waren aber noch von ein paar anderen Höhepunkten begleitet. So fanden ab 1963 jährlich Familienabende des Vereins mit bunten Programmen in der Stadthalle mit Stadtpfleger Karl Raizner als Redner statt. Zur Familienfeier am 15. Mai 1965 stellte er die zudem die neue „Schwäbische Tracht“ der Stadtkapelle vor. Im Rahmen der Feier wurde Karl Raizner mit der Goldenen Ehrennadel des Volksmusikerverbands und Bürgermeister Wilfried Henger mit der Förderermedaille geehrt.

 

1966 – Eintrag ins Vereinsregister

Am 12. März 1966 wurde die Vereinssatzung ins Leben gerufen und der Verein ins Vereinsregister eingetragen. Ende der 70er Jahre zählte der Verein bereits 541 Mitglieder, davon 45 aktive Musiker. Am 30. März 1968 übernahm Bruno Schenzle die Vorstandschaft und Alfred Klumpp wurde nach 22-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er verstarb am 16. Januar 1970. 

1975 Stadtkapelle am Viehmarkt: Hubert Mantz (Kassierer), Karl Raizner,
Bruno Schenzle (1. Vorsitzender),Albert Wolf (Dirigent), Fritz Linder (2. Vorsitzender),
Bertram Deger (Schriftführer) (ab 5. von Links n.r.)

 

350 Jahre Stadtkapelle Ehingen

Unter dem Motto 350 Jahre Stadtmusik und 50 Jahre Musikverein „Lyra“ fand vom 21.–23. Juli 1975 das Kreismusikfest in Ehingen statt. Ein besonderer Höhepunkt war die Ehrung des ersten Vorsitzenden Bruno Schenzle durch den damaligen Bürgermeister Wilfried Henger mit der „Pro Musica Plakette“, welche vom damaligen Bundespräsident Heinrich Lübke gestiftet wurde. Es ist die höchste Auszeichnung für Vereinigungen von Musikliebhabern in der Bundesrepublik Deutschland.

1975: Bruno Schenzle erhält die Pro-Musica-Plakette von
Oberbürgermeister Wilfried Henger überreicht (v.l.n.r.)

 

Walter Nittka übernimmt Taktstock

Walter Nittka übernimmt Taktstock Ende der siebziger Jahre erfolgte ein erneuter Dirigentenwechsel. Beim Frühjahrskonzert 1979 nahm der damalige Musikdirektor Albert Wolf Abschied von seiner Kapelle, die er über 20 Jahren unter großem Einsatz und zum Wohle des Musikvereins dirigierte. Seine Position übernahm Walter Nittka, der seit seinem zehnten Lebensjahr in der Stadtkapelle spielte und nun mit 34 Jahren den Taktstock überreicht bekam. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde Albert Wolf zum Ehrendirigenten ernannt. Durch seinen Narrenmarsch und sein Bürgerwache-Lied für Spielleute und Musik wird sein Name auch heute noch in Ehingen stets lebendig gehalten.

 

1979 – Mädchen dürfen in die Stadtkapelle

Im Dezember des Jahres 1979 fiel bei einer Ausschusssitzung der Beschluss, dass nun auch Mädchen in die Stadtkapelle aufgenommen werden können. Dies sollte aber nur bei „Nachwuchsmangel“ der Fall sein. Zu diesem Zeitpunkt standen 30 Jugendliche in Ausbildung.

 

60 Jahre Vereinsbestehen

1981 feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen. An der Feier nahmen über zehn Kapellen teil. Darunter befand sich die Bürgermusik Rankweil sowie zahlreiche Musikkapellen aus der näheren Umgebung, wie zum Beispiel aus Wiblingen, Ringingen, Dächingen, Kirchen, Mundingen, Griesingen, Emerkingen, die Bürgerwache, der Spielmannszug und die Werkskapelle der Schwäbischen Zellstoff. Der Festakt wurde in der Aula des Gymnasiums ausgerichtet. Zu Beginn wurden an Oberbürgermeister Wilfried Henger und Bürgermeister Karl Raizner, letzterer trug die Chronik des Vereins von 1921–1981 an diesem Abend vor, die Bundesfördermedaillle in Gold überreicht. Ebenfalls an der Feier nahmen die beiden Dirigenten Bruno Franz und Musikdirektor Albert Wolf teil, die nach dem Krieg die Geschicke der Kapelle leiteten. Werner Machts erhielt für 50 Jahre Musikertätigkeit den Bundesehrenbrief und die Ehrennadel in Gold. 1982 wurde Kurt Werner erstmals in den Ausschuss für passive Mitglieder aufgenommen. Im Spätherbst bezog die Musikkapelle ihr neues Probelokal im Heilig-Geist-Spital.

 

1983 – Letztes Konzert in der Stadthalle

Das letzte Konzert in der alten Stadthalle fand mit 48 Musikern vor rund 350 Zuhörern am 7. Mai 1983 statt. Erstmals wurde zur Erinnerung ein Konzert auf einer Musikkassette aufgezeichnet. Seither wird von jedem wichtigen Konzert ein Audiomitschnitt oder zusätzlich noch ein Videomitschnitt erstellt. Das erste offizielle Konzert der Stadtkapelle Ehingen in der neuen „Lindenhalle“ war im Jahr 1984 das Frühjahrskonzert vor ausverkauftem Haus und einem begeistertem Publikum. Seit dem 27. Juli 1984 gibt es ferner noch das Groggental-Festle, welches ebenfalls zu einer bei der Bevölkerung beliebten Veranstaltung wurde. Am 10. Mai 1986 wurde Josef Linsenbolz zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt für 15.000 Probenstunden sowie 3.500 Auftritte die Goldene Ehrennadel sowie den Ehrenbrief des Blasmusikverbandes. Im selben Jahr war Oberbürgermeisterwahl, die Johann Krieger für sich entschied. Der Musikverein „Lyra“ gratulierte ihm musikalisch. Ein großer Wechsel stand im Jahr 1988 im Vorstand an. Nach 42 Jahren schied Bürgermeister a.D. Karl Raizner nach verdienstvoller Arbeit und großem Einsatz aus dem Verein aus und Gerhard Pohl wurde Ausschussmitglied für die Passiven. Zu den letzten Höhepunkten in den 80er Jahren gehörte die Teilnahme am Wertungsspiel im Jahr 1988 in Dächingen, wo der Musikverein „Lyra“ einen 1. Rang mit 112 Punkten in der Oberstufe erreichte.

 

Kinderfest stand auf der Kippe

Am 1. März 1990 schied Bruno Schenzle als 1. Vorsitzender aus seinem Amt aus und trat nach 22 Jahren großartiger und aufopfernder Arbeit für seinen Musikverein in die zweite Reihe zurück. Für seine Verdienste wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Gerhard Pohl übernahm den 500 Mitglieder zählenden Verein und stand kurz darauf vor einer großen Herausforderung. Der Grund: Die Lehrerschaft lehnte in einem Brief an die Stadt die Ausrichtung des Kinderfestes, welches seit 1949 wieder gefeiert wurde, ab. Durch das Einschlagen neuer Wege konnte Gerhard Pohl in Zusammenarbeit mit der Bürgerwache, der TSG Ehingen, der Stadtverwaltung, der Ehinger Industrie- und Geschäftswelt, das Kinderfest „retten“ und damit eine traditionelle Veranstaltung in Form eines Sommer- und Kinderfestes erhalten. Sein Wirken hat alle Beteiligten zu größten Leistungen angespornt und das Sommer- und Kinderfest im besten Einvernehmen mit der Stadt zu einer Veranstaltung für Jung und Alt gemacht, welches über die Grenzen von Ehingen hinaus allseits beliebt ist.

Gerhard Pohl und Bruno Schenzle (v.l.n.r)
1965: Die Musikkapelle „Lyra“ begleitet Kinder zum Kinderfest

 

Aufbau einer Jugendkapelle

Am 28. September 1991 feierte der Verein unter großer Beteiligung der Ehinger Bevölkerung in der Lindenhalle sein 70-jähriges Bestehen. Für ein gelungenes Rahmenprogramm sorgten namhafte Künstler aus Funk und Fernsehen. Mittlerweile kamen die Aktiven, neben den wöchentlichen Gesamt- und Registerproben, auf mindestens 60 Veranstaltungen im Jahr. Unter anderem gehörten hierzu auch Ständchen für Jubilare ab dem 70. Geburtstag sowie Trauergeleite für verstorbene Mitglieder. Viele Veranstaltungen fielen – wie heute auch noch – auf ein Wochenende. Trotz dieser zahlreichen „offiziellen“ Auftritte pflegten die Musikanten ihre Kameradschaft untereinander. So zum Beispiel über den neu eingeführten Fasnetsball mit dem Tischtennisclub sowie das alljährliche Hallenfußballturnier und den anschließenden Kameradschaftsabenden.

Als neuer Vorstand lag Gerhard Pohl ferner die Jugendarbeit sehr am Herzen. Wir haben Gerhard Pohl, heute im Ruhestand und Ehrenvorsitzender der Stadtkapelle Ehingen – auf den Grund angesprochen, weshalb er den Aufbau einer Jugendkapelle mit soviel Engagement vorantrieb. Hierzu meinte er: „Jugendliche, die in unserem Verein ausgebildet wurden, gab es schon immer. Aber leider nicht in der Zahl, dass wir eine Jugendkapelle aufstellen konnten. Unser Wunsch und Ziel war es, eine Jugendkapelle auf ustellen. Dafür brauchten wir in jedem Register auch entsprechende Musiker. Wir haben gemeinsam nach einem Konzept gesucht und uns entschlossen, dabei das Thema einer musikalischen Förderung einzubinden. So konnten wir Jugendliche anwerben und mit Erfolg eine Jugendkapelle umsetzen“.

Am 28. September 1991 feierte de  Die Weichen für den Aufbau einer Jugendkapelle stellte Timo Nittka, der Sohn des damaligen Dirigenten Walter Nittka, der große Pionierarbeit leistete. Er war zu diesem Zeitpunkt Posaunist in der Stadtkapelle und wie sein Vater ein begnadeter Musiker. Ihm wurde daher die Aufgabe anvertraut, die Position des Jugend-Dirigenten zu übernehmen und die Jugendlichen zu führen. Dieser Aufgabe stellte er sich mit großem Erfolg. Ein Jahr nach der Formatierung einer Jugendkapelle erarbeitete der Musikverein neue Richtlinien, die auch eine enge Verbindung mit der städtischen Jugendmusikschule ermöglichten. Gerhard Pohl blickt zurück: „Durch die Kooperation mit der Jugendmusikschule konnten wir Jugendlichen eine qualitative hochwertige musikalische Ausbildung bieten und die Eltern finanziell durch einen Zuschuss entlasten. Dies öffnete auch Jugendlichen das Erlernen eines Musikinstruments, wenn die Geldmittel hierfür nur knapp bemessen waren. Auf diese Weise sicherten wir uns unseren Nachwuchs und konnten unsere Jugendkapelle erfolgreich aufbauen“. Thomas Bollmann übernahm 1993 von Timo Nittka die Jugendkapelle, die bei ihren ersten Auftritten bereits beachtenswerte Erfolge verzeichnen konnte. 

 

Stadtkapelle gratuliert Heinz Seiffert

1994 gratulierte die Musikkapelle erstmals in ihrer Geschichte einem Ehinger Bürger, sprich Heinz Seiffert, zur Wahl in den Deutschen Bundestag.

 

Teilnahme am „Prager Winter“

Teilnahme am „Prager Winter“ 1995 nahm die Musikkapelle mit der Bürgerwache an einem Staatsempfang in Stuttgart sowie am Festumzug auf dem Cannstatter Volksfest teil. Für die Musikkapelle war das Mitwirken an verschiedenen Kreis- und Landesmusikfesten mit Wertungsspielen stets mit einem großen Erfolg verbunden und damit auch ein wichtiger Gradmesser. In diesem Zusammenhang darf als musikalischer Höhepunkt die Teilnahme am „Prager Winter“ vom 2.–7. Januar 1996 angesehen werden, welcher in Brünn im Rahmen eines internationalen Wertungsspiels mit dem „Silbernen Band“ belohnt wurde. Die Arbeit des Dirigenten Walter Nittka, der auch nach 17 Jahren seine Arbeit noch immer mit neuen Ideen bereicherte, war dabei stets von großem Einsatz geprägt. Im selben Jahr wurde beim Frühjahrskonzert am Vorabend des Muttertags der 3. Vorsitzende Josef Linsenbolz für 60 Jahre aktive Zugehörigkeit zum Musikverein „Lyra“ e. V. Stadtkapelle Ehingen vom Blasmusikverband geehrt. Oberbürgermeister Johann Krieger verlieh dem verdienten Musiker die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. 

 

Chronik zum 75-jährigen Jubiläum

Im Jahr 1996 feierte der Musikverein sein 75-jähriges Vereinsjubiläum mit einem Festakt im Kleinen Saal der Lindenhalle sowie einem großem Festumzug in Verbindung mit dem Sommer- und Kinderfest (19.–22. Juli 1996). An diesem Umzug nahmen 44 Gruppen, davon 22 Musikkapellen teil. Als besondere Gäste waren die Bürgermusik Rankweil (Österreich) und der Musikverein Langenthal (Schweiz) zu Gast. Eigens zu diesem Jubiläum kam auch Esztergoms Bürgermeister László Könezsy, der mit Ehingen eine Städtepartnerschaft pflegt. Zu diesem Vereinsjubiläum erschien erstmals auch eine Chronik in Form einer Festschrift. Die Texte stammten bis 1946 von Karl Raizner (Bürgermeister a.D.) sowie ab 1946 von Siegfried Berger (Schriftführer). Die in der Festschrift abgebildeten Fotos wurden von Privat beziehungsweise von FotoWerner zur Verfügung gestellt. Das Titelbild stammte aus der künstlerischen Hand von Ludwig Lüngen. An der Bearbeitung der Festschrift waren Siegfried Berger, Walter Nittka und Gerhard Pohl beteiligt. Die farbige Festschrift umfasste 48 Seiten inklusive Umschlagseiten.

 

Gründung einer Oldie-Formation

Gründung einer Oldie-Formation Auf Anregung des 1. Vorsitzenden Gerhard Pohl fanden sich zum Jubiläumsfestzug im Jahr 1996 insgesamt 22 Musiker zusammen, die allesamt aus familiären oder beruflichen Gründen die häufigen Proben sowie vielzähligen Auftritte im Verein nicht mehr wahrnehmen konnten. Aus dieser Idee formierte sich dann eine Oldie-Kapelle, die bis heute eine feste Größe im Musikverein darstellt. 

Die Oldie-Formation der Stadtkapelle Ehingen aus dem Jahr 1996

 

Gemeinschaftsjugendkapelle kommt

Im selben Jahr wurde unter der Leitung von Christoph Erb, Musikschullehrer an der Jugendmusikschule, die Gemeinschaftsjugendkapelle Stadtkapelle/Jugendmusikschule gegründet. Seitdem nimmt die Jugendkapelle mit Begeisterung an Wertungsspielen teil, bei denen sie immer wieder ausgezeichnete Erfolge erzielte. Besonders war die jährliche Freizeitwoche der Jugendkapelle auf dem Vogelhof in Erbstetten. Hier wurden die Jugendlichen über Lehrgänge auf ihre musikalischen Auftritte vorbereitet. Home

 

1998 – Landesmusikfest in Ehingen

Bei der Hauptversammlung des Blasmusikkreisverbandes Ulm/Alb- Donau überzeugte der 1. Vorstand, Gerhard Pohl, in einer denkenswerten Rede, die Delegierten, dass das Landesmusikfest nicht in Ulm, sondern in der großen Kreisstadt Ehingen ausgetragen werden sollte. Als Begründung verwies er unter anderem darauf, dass Ehingen sieben Musikkapellen besitzt und damit als das Herzstück der Blasmusik im Kreisverband gilt. Das Landesmusikfest fand dann schließlich auch, wie gewünscht, vom 15.–18. Mai 1998 in Ehingen statt und brachte Tausende von Musikern in die Stadt. Wie immer erwies sich die Bevölkerung von Ehingen als ein hervorragender Gastgeber. Übrigens: Am Gesamtchor und Festumzug nahmen über 8000 Musikanten teil. Dieses Blasmusikgroßereignis in Ehingen wurde zum ersten Mal auch vom Fernsehen live übertragen.

 

2004 – Probeheim in der Bahnhofstraße

Mittlerweile zählte die Jugendkapelle rund 50 Jugendliche, die Oldie-Formation 25 und die Aktivenkapelle 65 Musiker. Da das Probelokal im HeiligGeist-Spital mit seinen 50 Quadratmetern dieser Größe des Musikvereins nicht mehr gewachsen war, konnte keine kontinuierliche Probenarbeit mehr stattfinden. Die Vereinsführung entschloss sich daher an die Stadtverwaltung zu wenden. Der damalige Oberbürgermeister Johann Krieger schlug als Lösung die Nutzung des „Alten Postamts“ vor. Der Gemeinderat genehmigte das Vorhaben und das „Alte Postamt“ wurde zu einem Jugend- und Vereinshaus umgebaut. Der Umbau des Probeheims wurde unter der fachmännischen Anweisung von Hermann Hafner, dem Ehrenmitglied Reinhold Tremel sowie dem starken Engagement der aktiven Musiker und Vereinsmitglieder ausgeführt. Am 11. März 2005 fand die Einweihung des Hauses inklusive des neuen Probeheims mit seinen großzügig ausgewiesenen Räumen statt. An einem Tag der offenen Tür war die Bevölkerung eingeladen, das neue Probeheim zu besuchen. 

2005 erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe
durch den Architekten Uli Böttcher
an den 1. Vorsitzenden Gerhard Pohl

 

2005 – Heinz Seiffert wird Landrat

Heinz Seiffert, MdB, wurde am 18. April 2005 zum Landrat des Alb-Donau-Kreises gewählt. Die Stadtkapelle gehörte zu einer der ersten, die dem frisch gewählten Landrat gratulierten.

 

Neue Vereinsfahne, 85-jähriges Jubiläum

2006 wurde zum 85-jährigen Vereinsjubiläum der Entschluss gefasst, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Verbunden mit dem Festakt zum Kreismusikfest wurde die Fahne in der Stadtpfarrkirche St. Blasius feierlich geweiht. Pate stand die Bürgermusik Rankweil, die eigens zu diesem Ereignis angereist war. Auf Anregung von Landrat Heinz Seiffert wurde beim 35. Kreismusikfest in Ehingen erstmals der von Musikverleger Siegfried Rundel komponierte und dem Kreisverband Ulm/Alb-Donau gewidmete Kreismarsch „Von der Alb zur Donau“ beim Gesamtchor mit 1500 Instrumentalisten vorgetragen. Der Marsch wurde danach fester Bestandteil bei Ereignissen des Kreisverbandes.

Die neue Fahne vom Musikverein „Lyra“ Stadtkapelle
Ehingen (rechts)

 

2007 Wertungsspiel in Zwiefalten

Nach langer Pause nimmt die Stadtkapelle wieder an einem Wertungsspiel teil und erzielte in Zwiefalten in der vierten Kategorie Konzertmusik die Note Hervorragend. Die Jugendfreizeit in den Pfingstferien auf dem Vogelhof sowie der Vereinsausflug nach Bonndorf mit einem Auftritt beim dortigen Weinfest gehörten zu weiteren Höhepunkten in diesem Jahr.

 

2008 – Manfred Veser 1. Vorsitzender

Beim Kreismusikfest 2008 in Unterstadion erzielte die Stadtkapelle in der Marschmusikbewertung die Note Hervorragend. Im selben Jahr fand zudem ein Vorstandswechsel statt. Die Hauptversammlung ernannte Gerhard Pohl zum Ehrenvorsitzenden, 1. Vorsitzender wurde Manfred Veser, 2. Vorsitzender Thomas Sievers, 3. Vorsitzender Thorsten Veser, Kassiererin Silke Gaißmaier und Wolfram Henger Schriftführer. Im selben Jahr folgte ein Besuch der Partnerkapelle in Rankweil mit einem Auftritt beim Stadtfest und im November ein Kirchenkonzert in der evangelischen Stadtkirche. 2009 nahm die Musikkapelle unter anderem am Wertungsspiel beim Kreismusikfest in Kirchbierlingen teil und erzielte in der vierten Kategorie die Note hervorragend. In diesem Jahr folgte unter anderem noch ein Auftritt bei den Kundentagen der Firma Liebherr.

 

Walter Nittka starb im August 2010

Im Jahr 2010 beschloss die Hauptversammlung die Neufassung der Vereinssatzung. Neue Schriftführerin wurde Steffi Schulze. Am 13. August verstarb der langjährige Dirigent der Stadtkapelle Ehingen Walter Nittka im Alter von 65 Jahren.

 

Absolute Mehrheit für Thomas Wieser

Sein Sohn Timo Nittka übernahm in dankenswerter Weise vorübergehend das Dirigat. Manfred Veser erinnert sich: „Der Tod Walter Nittka kam für uns überraschend und war ein schwerer Schlag für uns. Wir mussten nun einen neuen Dirigenten suchen. Hierzu schrieben wir eine Stelle aus, auf die sich 11 Dirigenten bewarben. Nach sechs Probedirigaten mit verschiedenen Bewerbern wurde in demokratischer Abstimmung mit absoluter Mehrheit von der Kapelle Thomas Wieser als neuer Dirigent gewählt und am 10.1.2011 der Öffentlichkeit vorgestellt“. Im März übernahm er zusätzlich noch die Leitung der Jugendkapelle. 2011 fand ferner eine zweitägige Konzertreise zur Partnerkapelle nach Langenthal (Schweiz) statt. „Die musikalische Partnerschaft mit Rankweil besteht bereits seit den 50 Jahren und mit Langenthal seit 1992. Wir pflegen einen schönen kameradschaftlichen Austausch, den wir seit Jahren beiderseits intensiv durch gegenseitige Besuche unterstreichen“, so Manfred Veser. Im November wurde erstmals ein öffentlicher Jugendwerbetag zum Gewinn von Nachwuchsmusikern veranstaltet. Den Jugendlichen wurden hierbei verschiedene Musikinstrumente vorgestellt. „Dieser Jugendwerbetag war für uns ein voller Erfolg. Wir konnten zahlreiche junge Musiker und Musikerinnen für unseren Verein gewinnen. Seither wird dieser Jugendwerbetag jährlich wiederholt. So wie dieses Jahr am 17. November 2013“.

 

2012 Jugendmusikfestival in Ehingen

2012 Jugendmusikfestival in Ehingen Vom 15.–17. Juni fand das Internationale Jugendmusikfestival in Ehingen statt. Beim Wertungsspiel errang die Jugendkapelle einen ersten Preis, der mit einer Geldzuwendung verbunden war. Als Wertungsstück wurden „Zauberland“ und „Antigua Bay“ vorgetragen. In der Ergebnisliste ist hierzu vermerkt: „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“. Ein weiterer Höhepunkt war das Landestreffen der Bürgerwehren in Ehingen mit einem musikalischen Appell im Stadion, der Begleitung des Gottesdienstes und einem Festzug.

 

Jährlich wiederkehrende Aktivitäten der Stadtkapelle Ehingen

Die Stadtkapelle Ehingen engagiert sich über das ganze Jahr hinweg und nimmt an zahlreichen Aktivitäten teil. Unter anderem gehören hierzu:

Termine mit der Narrenzunft an der Fasnet, Standkonzerte (Muttertag, Herbst und Weihnachten), Mitwirkung beim Musiksommer mit dem Quintett, Mitwirkung bei kirchlichen Auftritten (Gottesdienst an Fronleichnam,Allerheiligen, Gottesdienst beim Sommerfest), Auftritte beim Sommer- und Kinderfest, Weihnachtsmarkt mit der Jugendkapelle den Aktiven, den Oldies und dem Quintett, Adventsspiel in den Seniorenheimen,Geburtstagsständchen für Mitglieder, Grabspiele für unsere Mitglieder.

Hinzu kommen noch cirka 40 Proben der Aktiven sowie des Jugendorchesters.Die Ausbildung unseres Musiknachwuchses erfolgt ausschließlich über die Musikschule der Stadt Ehingen. Zu den nicht musikalischen Aktivitäten der Stadtkapelle Ehingen gehören zum Beispiel eine Winterwanderung im Januar, ein Sporttag mit Kameradschaftsabend sowie im Jugendbereich Grill- und Filmabende.